Die Patrone 9 mm Luger, auch als 9 × 19 Parabellum bezeichnet, war im Zweiten Weltkrieg die universelle Kurzwaffenmunition der Wehrmacht. Sie wurde nicht nur in den Pistolen P.08 und P.38 verschossen, sondern auch in der FN Browning High Power (P.640(b)), in Beutewaffen sowie in den Maschinenpistolen MP 38, MP 40, MP 41 und in kleinerem Umfang sogar in MG-Wechselläufen für Sonderverwendungen. Mit ihrer ausgewogenen Kombination aus Rückstoß, Durchschlagskraft und Verfügbarkeit entwickelte sie sich zur wichtigsten Pistolen- und Maschinenpistolenpatrone des Dritten Reiches.
Bereits im Ersten Weltkrieg war die 9 mm Luger eingeführt worden, zunächst in der klassischen Bleikern-Laborierung. Während des Zweiten Weltkriegs kam es aus Rohstoffknappheit und taktischen Überlegungen zu mehreren Varianten: die Standard-Ballmunition mit Bleikern wurde abgelöst oder ergänzt durch Eisenkernvarianten (m.E.), schwerere Spitzgeschosse (s.E.) und Leuchtspurgeschosse (L’spur).
Technisch bot die Patrone eine Geschossmasse von etwa 8,0 g, eine Geschwindigkeit von 360–390 m/s und eine Mündungsenergie von rund 500 J. Damit war sie in Pistolen bis etwa 50 Meter wirksam und in Maschinenpistolen auf Distanzen von 150 bis 200 Metern einsetzbar. Im Häuser- und Nahkampf war sie eine der prägendsten Patronen des Krieges.